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Energiewende: Im Landkreis Sigmaringen schlummern noch große Potentiale

Auf Einladung der BUND-Ortsgruppe Sigmaringen erläuterte Michael Bauer, Niederlassungsleiter der Energieagentur Sigmaringen, im Kulturzentrum Alte Schule das Klimaschutzkonzept des Landkreises.

Dem Konzept liegen eine Analyse des Status Quo mit Energiebilanz, eine Potentialanalyse und ein Maßnahmenkatalog zugrunde.

Jeder Kreisbewohner benötige jährlich im Schnitt 23000 kWh Energie ( entspricht ca. 2300 l Öl ), wobei der Löwenanteil auf die privaten Haushalte ( 40% )und auf den Verkehr ( 28%) entfalle.

Im Strombereich stehe der Landkreis schon sehr gut da. Mit 42% regenerativer Stromerzeugung ( z.B. 22,6% Biogas und 17% Photovoltaik ) am Gesamtverbrauch liege der Kreis über den Werten von Land und Bund. Darauf könne man stolz sein. 

Die Potentialanalyse weist aus, dass der Landkreis bis zum Referenzjahr 2050 sich zu 139% mit regenerativem Strom und zu 68% regenerativ mit Wärme versorgen könne. Hierbei komme dem weiteren Zubau der Photovoltaik, der Erhöhung der Rate im Bereich der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden auf über 2% jährlich ( bisher unter 1% ) und neuen Mobilitätskonzepten ( z.B. Elektromobilität, Mitfahrplattformen, Verbesserung öffentlicher Nahverkehr ) eine entscheidende Rolle zu.

Bereits 9 von 25 Kommunen im Landkreis unterzögen sich dem Zertifizierungssystem "European Energy Award"  ( EEA ). Dabei würden kontinuierlich Verbesserungen in den Bereichen Entwicklungsplanung/Raumordnung, kommunale Gebäude, Versorgung/Entsorgung, Mobilität, interne Organisation sowie Kommunikation/Kooperation angeregt und durchgeführt. Auch die Öffentlichkeitsarbeit dürfe nicht vernachlässigt werden nach dem Motto "Tue Gutes, aber rede auch darüber".

Nach Ansicht des Referenten können die Energiewende und der überlebenswichtige Klimaschutz nur gelingen, wenn Landkreis, Kommunen, Bürgerschaft, Energieagentur und Energieversorger eng zusammenarbeiten. Es sei noch viel zu tun.

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Quelle: http://sigmaringen.bund.net/startseite/