Kletterer und Naturschützer einigen sich am Schaufels

Vorausgegangen war ein jahrelanger Konflikt. Die Kletterer fühlten sich durch die bisherigen Regelungen über Gebühr eingeschränkt. Den Naturschützern dagegen haftete das Etikett an, zu sehr mit Verboten zu operieren und damit die Akzeptanz von Naturschutzanliegen in der Bevölkerung zu gefährden. In dieser unbefriedigenden Situation bildete sich die ›Projektgruppe Schaufels‹, eine private Initiative aus Kletterern,Naturschützern und Biologen. 3 Jahre, ca. 40 Besprechungen und Termine sowie rund 900 Arbeitsstunden waren erforderlich bis die sechsköpfige Gruppe eine neue Kletterregelung im Bereich Schaufels erarbeitet und die Behörden von ihrer Konzeption überzeugt hatte.

Beide Seiten gewinnen durch die neue Regelung.

Was lange währt… Anfang Mai trat die neue Allgemeinverfügung über das Klettern am Schaufelsmassiv im Oberen Donautal in Kraft. Mit der neuen Regelung wurde ein Schlusspunkt unter das spannungsreiche Verhältnis zwischen Klettern und Naturschutz gesetzt. Der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele, lobte die vorbildliche Zusammenarbeit der beteiligten Umwelt- und Kletterverbände.

Für die Kletterer hat sich die Zahl der freien Routen in den Bereichen ›Hölle‹, Schaufels und Blicklefels von 26 auf 93 erhöht, darunter solche mit hohen Schwierigkeitsgraden für Spitzensportler. Die neuen Routen liegen in naturschutzfachlich weniger bedeutsamen Bereichen. Die Naturschützer sind zufrieden, dass ökologisch besonders wertvolle Felskopfbiotope und Rasenbänder der obersten Felspartien gegenüber der bisherigen Regelung beruhigt und vernetzt werden. Zu nennen sind hier zum Beispiel Kalkpionierrasen mit so genannter Reliktvegetation. Dies wird dadurch erreicht, dass Routen im oberen Teil gekappt wurden und nun unterhalb bedeutender Grasbänder enden. Neue Umlenkhaken
machen das Aussteigen über die Felsköpfe überflüssig. Nun müssen sich diese Vereinbarungen in einer dreijährigen Probephase bewähren.
Zwei Sektionen des deutschen Alpenvereins (DAV) und der IG Klettern Donautal übernahmen Felsenpatenschaften, um für die praktische Umsetzung der neuen Regelung zu sorgen. Wege werden neu beschildert, vorhandene Routen rückgebaut, erste Umlenkhaken gesetzt.
Die ersten Schritte sind getan – das stimmt hoffnungsfroh.


Gerhard Stumpp

>> Aus [03-2004] BUNDmagazin Baden-Württemberg

BUNDmagazin Baden-Württemberg

schaufels.pdf

Kletterregelung

kletterregelung.pdf

Foto: Gerhard Stumpp



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